Vor 27 Jahren gründete Dieter Schlautmann die Kölner Malschule, eine private Kunstschule in Köln-Ehrenfeld. In den Kinderateliers der Kunstschule werden Kinder in ihrer individuellen Kreativität entwickelt und lernen unter Anleitung und Anregung vielfältige, aber einzigartige Bildaussagen zu gestalten. „Es geht nicht um das Nachahmen vorgefertigter Beispiele oder Muster, sondern um Bilder, die die Kreativität und den Spaß jedes einzelnen zum Ausdruck bringen“, erklärt Schlautmann und appelliert daran, Kreativität bei Kindern unbedingt zu fördern.

Welchen Stellenwert hat Kreativität in unserer Gesellschaft?

Die Lippenbekenntnisse unserer Bildungspolitiker und -träger entsprechen nicht dem kreativen Alltag. In der Realität wird das Fach Kunst in den meisten Schulen nur stiefmütterlich behandelt und häufig von fachfremden Lehrern unterrichtet oder gleich ganz vom Stundenplan gestrichen. Dabei schmückt man gerne die Flure mit Arbeiten der Schüler, deren tapfere Ergebnisse mit haarsträubenden Materialien hergestellt wurden!

Kann man Kreativität erlernen?

Jeder verfügt über eine angeborene Kreativität. Man kann sie aber deutlich steigern, indem man ständig neue Anreize zum Stauen, Ausprobieren und Erforschen anbietet. Ob man viel Kreativität besitzt oder eher weniger, ist eine Laune der Natur. Steigern kann sie aber jeder.

Wie kann man den Verlust der angeborenen Kreativität verhindern?

Ganz einfach, indem man das normal zu erwartende Leistungsprofil auch auf den Kunstunterricht in den Schulen anwendet. Professionalität der Kunstlehrer würde die Kreativität um Lichtjahre nach vorne bringen. Kunst ist in der Schule das einzige Fach, indem Kreativität unmittelbar ver- mittelt werden kann. Andere Länder haben das schon lange erkannt und ihm eine deutlich höhere Priorität deswegen eingeräumt. Das wäre auch meine Empfehlung!


Die Dozenten der Kinderateliers sind sowohl pädagogisch als auch künstlerisch ausgebildet und unterrichten in Kleingruppen von 5 bis 10 Kindern. Die Räumlichkeiten der Kölner Malschule erlauben den Kindern die Arbeit an der Staffelei im Atelier. Jede Gruppe wird gleichzeitig von zwei Lehrern parallel unterrichtet.

Kölner Malschule gemalte Fische Kinderkunst
© Kölner Malschule


Malfreude Atelier Kinderkunst Kind mit Kunstwerk
© Malfreude Atelier

Im Malfreude Atelier von Kathrin Franckenberg können Kinder frei entscheiden, was und wie sie malen wollen. Es gibt keine Bewertung der Bilder, weder durch sie, noch durch andere Teilnehmer oder Eltern. Kathrin Franckenberg ist als persönliche Ansprechpartnerin vor Ort, gibt aber keine Lösungsvorschläge, sondern versucht die Kursteilnehmer durch Fragen auf den für sie richtigen Weg zu bringen. Dabei entstehen beeindruckende Bilder!

Eltern rät sie: „Legen Sie auch zu Hause Wert auf gute und ausreichend Materialien. Bei Kindern gilt: je kleiner das Kind, desto größer die Blätter. Bis drei Jahre malen Kinder am besten auf dem Boden, später, wenn es geht, im Stehen an einer Malwand. Stellen Sie Ihrem Kind Fragen zu dem Bild, das es gemalt hat und melden Sie das Emotionale zurück. Sagen Sie zum Beispiel: „Ich sehe, dass du ganz stolz auf dich bist“ statt immer nur zu sagen, dass das gemalte Bild toll ist.“

Kum & Luk Offene Werkstatt Kinderkunst Kinder malen
© KUM & LUK

In der „Offenen Werkstatt“ der

Bildungseinrichtung KUM &

LUK toben Kinder sich sonntags zwischen 14 und 16 Uhr ohne Voranmeldung künstlerisch aus. Damit die Kreativität sich frei entfalten kann, achtet man bei KUM & LUK darauf, eine inspirierende Atmosphäre zu schaffen und verschiedene Materialien zum

Ausprobieren bereitzustellen. Das regt die Gestaltungskraft der Kinder an und beflügelt die Fantasie.

Geschäftsführer Jürgen Potratz: „Bei KUM & LUK werden die Kinder als Künstlerpersönlichkeiten wahrgenommen. Wir arbeiten stärkenorientiert und sprechen mit den Kindern – wenn sie wollen – im Nachgang darüber, was die Intention hinter dem Werk war, was gut gelaufen ist und wo Schwierigkeiten lagen.“